|
Eine Delegation von Intersexuelle Menschen e.V. präsentierte am Montag,
den 21. Juli 2008 in einem offiziellen Hearing dem UN-Ausschuss CEDAW einen
eigenen Schattenbericht und eine Forderungsliste. Der Ausschuss wird sich in
seiner 43. Sitzung im Januar 2009 in Genf erneut mit dem Stand der Umsetzung
der CEDAW-Vereinbarungen in Deutschland beschäftigen. Intersexuelle Menschen e.V.
in Zusammenarbeit mit XY-Frauen legen diesen eigenen Schattenbericht vor, weil
sie sehr spezifischen Formen von Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt sind.
Zwischengeschlechtliche Menschen werden systematisch medizinisch nicht notwendigen,
traumatisierenden Zwangsbehandlungen unterworfen. Diese stellen einen erheblichen
Verstoß gegen ihr Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung
und Würde dar.
Intersexuelle Menschen e.V. fordert die vollständige Umsetzung und Anwendung der
Menschenrechte auch für Intersexuelle. Unsere Anliegen dürfen nicht mehr länger
ignoriert werden. Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung
sind ein Teil unserer Gesellschaft und haben als gleichberechtigte Bürger ein Recht
auf freie Entfaltung und Entwicklung.
Intersexuelle Menschen e.V. fordert alle Bundestagsfraktionen auf, dazu beizutragen,
dass die "Fragen an die Bundesregierung" im Schattenbericht von dieser auch beantwortet werden.
Intersexualität berührt eine Vielzahl universeller Menschen-, Frauen- und Kinderrechte.
Der vorliegende Schattenbericht konzentriert sich auf die Darstellung von Menschenrechtsverletzungen
in Bezug auf die mangelnde Umsetzung der in Artikel 1-5 (underlying principles of the CEDAW
Convention: Equality, Non-Discrimination and State Obligation), Artikel 10 (Education),
Artikel 12 (Health) und Artikel 16 (Marriage and Family) niedergelegten Rechte.
Zudem macht der Schattenbericht einen Vorschlag zur öffentlichen Aufarbeitung dieser
Menschenrechtsverletzungen.
In einem Anhang finden sich ausführliche Fallberichte und wissenschaftliche Arbeiten.
CEDAW betont in der Präambel „... dass alle Menschen frei und an Würde und Rechten
gleich geboren sind, ohne irgendeinen Unterschied auf Grund des Geschlechts“. Dies
gibt Anlass zur Hoffnung für intersexuelle Menschen und wird von den Betroffenen mit
großer Anerkennung und in der Hoffnung auf Hilfe gewürdigt.
|
|
|